Die wahre Nacktheit

Experimentalfilm, 2018

Länge: 21’ 53“

In „Die wahre Nacktheit“ zeigt Forré schamlos und exzessiv seine persönliche Adoleszenz in einer physisch und seelisch total verletzbaren Entblößung.

Zu begafften und bejohlten, exhibitionistischen Bildern seiner selbst verliest er amtliche, ihn begutachtende Dokumente sowie eigene Texte, die düstere Kindheitsszenen bundesrepublikanischer Kleinbürgerlichkeit wachrufen.

Aufopfernder Dienst an einer verkrusteten Gesellschaft, die sich permanent entblößen muss und doch lieber den Zeigefinger hebt?

Text: Sebastian Zuhr

 

 

 

erster Jurypreis des Kurzfilmfestivals Köln N°.12 / KFFK

2018 – Preisträger

1. JURYPREIS – PREIS DER KÖLNER FILMPRODUZENTEN 

dotiert mit 1.800 €   gestiftet von Augenschein Filmproduktion, btf – bildunttonfabrik und Zeitsprung Pictures

Die wahre Nacktheit
Regie: Alexander Pascal Forré

Mit Penissen und lauten Auffälligkeiten Aufmerksamkeit zu erhaschen, ist gängige Praxis junger Männer, doch wirklich anstößig oder provokativ ist es nicht mehr. Es führt höchstens zu Lachern oder Abwehrreaktionen, auch die alten Videoaufnahmen zeugen davon.

Zwischen dem Grölen seiner Kollegen und den nüchternen Beurteilungen der Lehrkräfte und Psychologen versucht Alexander durch den poetischen Ausdruck und Selbstreflexion eine eigenwillige Rückeroberung seiner Bilder. Die ursprünglich zur Belustigung dokumentierten Videoaufnahmen werden in einem künstlerischen Prozess umgedeutet und neu interpretiert.

In einer Zeit hochauflösender und gefilterter Selbstdarstellung schafft es dieser uneitle Film, eine in ihrer Menschlichkeit politische Ebene zu erreichen. Wie die Figur Alexander lockt sie zuerst durch Fremdscham und Belustigung, um am Ende eine schmerzhafte Traurigkeit zu hinterlassen. Der eingangs be- und verurteilende Blick wird in Frage gestellt, Kategorien verschwimmen – die Selbstdarstellung als eine Form der Selbstausbeutung. Die wahre Nacktheit ist keine bloße körperliche, sondern eine Entblößung der Innenwelt. Somit ist dieser Film wirklich anstößig.

 

CREDITS:

With:
Romain Gazeau
Jérôme de Vienne
Alexander Pascal Forré
Victor Rosegrün
Kolja Müller
Hermann Kuhl

Camera (image design):
Colin Péguillan
Alexander Pascal Forré
Mario Milinovic
Tim Gorinski
Kolja Müller
Hermann Kuhl
Nikolas Jürgens

Sound audio:
Tim Gorinski – Recording VoiceOver, Music
Mario Milinovic and Stefan Janesch – Music
Alexander Pascal Forré – VoiceOver
Daniel Paulmann – sound processing
Ralf Schipke – Sound Mix

Translation:
Kate Dervish

Support:
Prof. Matthias Müller
Prof. Johannes Wohnseifer
Prof. Sophie Maintigneux
Tobias Yves Zintel

Special thanks to:
Hannah Brinkmann
Alec Crichton
Paul Faltz
Christian Füllgraf
Eberhart Große
Denis Guillomo
Prof. Mischa Kuball
Tim Gorinski
Felix Schon

Many thanks to:
Marie Altgen
Pablo Bottinelli
Daniel Burkhardt
Prof. Thomas Bauermeister
Petra Clemens
Stefan Dening
Ute Dilger
Magdalena Götz
Ewald Hentze
Hans Huber
Severin Humboldt
Robin Humboldt
Clemens Kujawski
Julia König
David Lichter
Marcel René Marburger
Jasmina Merz
Stefan Ramírez Pérez
Benjamin Ramírez Pérez
Susanne Sachse
Katrin Schlösser
Nathan Schönwolf
Anna Lena Seiser
Daniel Sondermann
Johannes Wieland
Sebastian Zuhr
Ursula Reber
Susanne Ritter
Elke Feist
Christian Turner
Falko Sixel
Hiverty.com Laurence Vasseur

A film by the Academy of Media Arts Cologne and Alexander Pascal Forré
© 2018

With friendly support from:
École européenne supérieure de l’image, Poitiers, France and the Studienstiftung des deutschen Volkes and the Theodor Pfizer Foundation